Wann sieht ein Design “edel” aus?
Heute möchte ich einmal der Frage nach gehen, wann ein Design “edel” wirkt. Immer wieder lese ich von “edlen” und “minimalistischen” Designs, aber ist ein Design edel, wenn es minimalistisch ist Meiner Meinung nach sollte man sich erst einmal einig darüber werden, dass “edel” weitgehend eine persönliche, individuelle Einschätzung eines Designs ist und nicht zwangsweise immer bei einer breite Masse zutreffen kann. Allerdings denke ich schon, dass es möglich ist, sich in der Mitte zu treffen und für eine möglichst große Zahl an Menschen ein Design “edel” wirken zu lassen.
Und noch etwas möchte ich hinzufügen: ein Design kann auch sehr gut aussehen (und sogar besser), auch wenn es nicht edel ist. Es gibt viele Stile. Niemand von euch wird aber “Grunge”-Style edel nennen, eben weil es grungig ist. Ein anderes Design soll freakig aussehen und ein drittes altmodisch / antik. All diese Designausrichtungen können schön sein, aber nicht edel…
Die Farbwahl
Die Farbwahl ist bestimmt eine der wichtigsten Aspekte beim Webdesign. Man kann einfach unmöglich unpassende Farben reinklatschen, da wird sicherlich mit mir jeder übereinstimmen. Die Farben müssen miteinander harmonieren. Wie man die richtigen Farben aber auswählt, werde ich hier bestimmt nicht erklären, das erfahrt ihr wenn ihr das Studium des Mediendesigners oder ähnliches antretet
Aber vielleicht können wir ein edles Design auch mit edlen Klamotten vergleichen: wenn jemand eine braune Hose zu einem pinken Rollkragenpullover und darüber einem weißen T-Shirt und dazu graue Schuhe anzieht, wird uns das vermutlich zu viel Farbenvielfalt sein. Eventuell sind uns die Farbübergänge auch zu kontrastreich.
Es kann also als erster Punkt festgelegt werden: Ein edles Design darf nicht zu viele Farben haben, die verwendeten Farben sollen miteinander harmonieren und es darf keine harten Farbumbrüche geben. Das macht apple.com übrigens perfekt – Farbübergänge und Graustufen sind genial, auch wenn es nix farbenfreudiges zu sehen gibt, werden mir mit Sicherheit einige von euch zustimmen, dass die Seite edel ist!
Bei Apple muss ich aber noch hinzufügen, dass Apples Seite hauptsächlich Produkte vermarkten soll. Wäre das iPhone hässlich würde es das Gesamtbild zerstören. Aber Apples Produkte haben eben auch ein geiles (edles Chrom-) Design und sind gut in Szene gesetzt. Dewegen wird der edle Eindruck auch nicht zerstört.
Die Form
Habt ihr schon einmal einen edlen Käfer auf einer Seite gesehen? Ich glaube nicht. Aber auch Illustratorspielereien im Header oder sonstwo zerstören Edelkeit. Geeignet sind wohl grade Flächen, Farbverläufe und Trendlinien dürfen auch gerne benutzt werden!
Um übrigens auch noch mal auf den leicht “grungigen”, angesprochenen Aspekt zurückzukommen, die Form und die zu große Farbwahl hinzuweisen, hier einmal ein Screenshot der Seite webdesignerwall.com, welche mit Sicherheit von euch keiner hässlich finden wird. Das Design ist sogar richtig geil, es ist aber nicht edel!
Punkt zwei: Zu viel Schnickschnack, (Grunge-) Effekte und Ungeradlinige Formen können zwar gut aussehen, machen ein Design aber nicht edel.
Zu viel Werbung
Werbung lässt jedes noch so edel wirkende Design den Bach runtergehen. Natürlich, es gibt auch Ausnahmen, wo die Werbung dermaßen dezent und mit Fingerspitzengefühl gesetzt ist und sich zudem noch fließend ins Design einschmiegt, als wäre es ein Teil des Designs.
Kurz gezeigt, wie man es nicht machen sollte – den Blog werdet ihr bestimmt alle kennen
Hier kommt johnchow.com:
Und nun hoffe ich einmal, dass mir mit folgendem Screenshot ein kleiner Coup gelingt
Denn ich habe mir einmal die Mühe gemacht, jegliche unpassende, werbeähnliche Elemente aus der Seite zu entfernen. Man staune, johnchow.com kann durchaus edel wirken
(und nein, ich habe nicht nur meinen Werbeblocker angemacht, der hat leider nicht alles geblockt, außerdem hab ich noch ein wenig umpositioniert!)
Ich hoffe ich konnte euch ein kleines “Wow!” entlocken
John Chows Werbezugemüllter Blog kann durchaus edel wirken! Punkt drei: zu viel Werbung und Edelkeit lassen sich nicht vereinbaren. Wenn ihr einen Smoking tragt, um edel auszusehen werdet ihr auf dem Rücken bestimmt keinen Aufkleber von Jamba haben
Gewöhnungssache
Auch unsere Gewohnheit spielt bei unserem Empfinden eine Rolle, und so flüstert sie uns aus dem Unterbewusstsein, ob etwas edel ist oder nicht. Ich möchte ein letztes Mal die Metapher mit den Anziehsachen aufgreifen: Eine schwarze Hose mit schwarzen Lackschuhen und einem weißen Hemd kann auf uns sehr eindrucksvoll wirken. Aber wenn wir jemandem begegnen würden, der weiße Schuhe, eine weiße Hose und ein schwarzes Hemd trägt, würden wir alle wohl erst einmal stutzen – und wo wir stutzen würden, würden wir nicht sagen, dass es edel aussieht (was wiederum nicht heißen muss, dass es nicht gut aussehen könnte oder nicht originell sein müsste).
Auf ein Webseitenlayout angewendet könnte man im Extremfall sagen, dass bei einer Farbwahl alles stimmt – Farben, Übergänge, Verläufe, Formen… Aber der Name der Seite ist im Header versteckt und dazu umgedreht
Was ist für euch edel? Vermutlich werdet ihr alle noch sagen, minimalistisch fehlt. Aber das habe ich bis eben vergessen und habe einfach keine Lust mehr, es noch reinzubringen
Ihr wisst ja alle, was minimalistisch ist




Also speziell beim Apple Design sollte man bedenken das es eine Webseite ist und kein Blog, aber vor allem das es sich um Statischen Inhalt dabei handelt. Die Wechselrate des Inhaltes der Seite ist sehr gering von daher, wir da auch viel mit Grafiken gearbeitet.
Es geht doch aber gar nicht um Blogs speziell
Mir sind als weitere Beispiele nur halt Blogs in die Arme gefallen
Wo ist der Artikel hin, sehe nur die Kommentare.
Huch, entschuldigung! Jetzt hatte es doch tatsächlich die ganze Nacht über keinen einzigen Artikel mehr angezeigt :-O geht jetzt wieder, vielen Dank für den Hinweis!!!
Böser Fehler das.
Zurück zu deiner Fragestellung.
Also es gibt für mich gewisse Eckpunkte, ab wann ein Design edel aussieht und wann halt nicht. Erst mal muss es von der Linienführung her passen, also nicht nur eckig sondern auch Rundungen mit drin haben.
Als nächstes wäre da die Farbe des Designs. Am edelsten sieht Silber in Verbindung mit Weiß aus. Noch ein bisschen Schwarz mit rein mixen und fertig ist das Grundgerüst. Knallige Farbakzente geben dem ganzen dann noch das gewisse etwa.
So als Beispiel, eine feine rote Linie über einem großen schwarzen Hintergrund, das macht aufmerksam.
Das ganze dann gut verpacken und in Einklang bringen, das ergibt dann letztendlich ein Design was edel aussieht. Eigentlich sind Designs die edel wirken, aufgebaut auf minimalistischen Designs die durch Einfachheit bestechen.
Ein Grunge-Style kann sehr wohl edel wirken – beispielsweise diverse Punkseiten. Habe früher viel im Grunge-Style designed…
Was bitte ist ein Grunge-Style ? Kenne ich nicht vom Namen her diese Styleart…
@nastorseiessix:
Es gibt da eine Plattform, die sich Google nennt…
Ich hätte ja nicht explizit dich nach einer Antwort beziehungsweise Ausführung davon gefragt, wenn ich es selber auch per Google hätte rausfinden können.
Mein Gedanke dahinter war, das du mir das vielleicht mit deinen eigenen Worten hättest erklären können.
Grunge heißt soviel wie “Schmuddel” oder “Dreck”. Also ein Design, was absichtlich schmuddelig aussehen soll – und da gibt es sehr künstlerischen Dreck…
Dann zeig doch mal ein paar davon, wenn du welche kennst.
http://www.urban-zombie.de/
http://www.rockstar-buttons.de/
http://www.mbc-tourbooking.de/
http://the-exploited.net/
http://pankerknacker.com/
http://www.walfisch-freiburg.de
‘n paar davon wurden früher von mir designed.
@nastorseriessix:
Hab ich grad gemacht, aber wegen der vielen Links, ist der Kommentar vermutlich in der SPAM-Versenkung gelandet…
Musst warten, bis der Master of Disaster den Kommentar freischaltet…
Sehe ansprechend aus, auch wenn das nun so gar nicht mein Stil ist in puncto Design.