Poliere Deine Webseite mit Ajax auf

Ajax (Asynchronous JavaScript and XML) ist nun schon längere Zeit vermehrt in Web 2.0 Projekten und auch in privaten Blogs anzutreffen.

Der Hype um Ajax ist mittlerweile aber etwas abgekühlt und es ist lang nicht mehr so inallermunde wie noch vor einem oder anderthalb Jahren, Grund genug einmal nüchtern zu betrachten inwieweit Ajax das Web vorrangebracht hat.

Wie es funktioniert

Aber zunächst einmal kurz zur Technik: Eigentlich nutzt Ajax nichts anderes als das XMLHttpRequest-Objekt des Browsers (beim Explorer auch als ActiveXObject bekannt) um mit hilfe von Javascript das DOM (Document Object Model) zu manipulieren, so ist es möglich Teile einer Webseite zu verändern, ohne diese komplett neu laden zu müssen.

Eine ganz einfache Sache, zu Recht fragten sich einige Entwickler, was eigentlich das ganze Aufsehen drumherum soll.

Stimmt schon, Ajax vereinfacht die Kommentarfunktion, die Stimme bei einer Umfrage ist kaum abgegeben und das Ergebnis blinkt schon auf, Formulare werden „onthefly“ ausgewertet und machen schon auf Fehler aufmerksam bevor man sie überhaupt abgeschickt hat..

Aber braucht man das? Immerhin gab es Kommentarfunktionen, Polls und Formulare schon vor Ajax. Die Antwort ist so simpel wie Ajax selbst: Nein.

Aber man bedenke die Vorteile: Im Gegenteil zu einem Reload läuft Ajax unbemerkt smooth im Hintergrund ab, der Scrollbalken bleibt an Ort und Stelle, die Webseite springt nicht durch einen Komplettreload und im Verbund mit einem starken Framework wie jQuery lässt sich ein hässlicher Reload durch eine hübsche Animation ersetzen, diese Technik verwende ich beispielsweise auf einer meiner Projektseiten über Fußball-Tipps um Userbeiträge erst nach Wunsch des Benutzers mit Ajax und einer netten Animation anzuzeigen.

Doch es ist wie immer nicht alles Gold was glänzt, Ajax hat auch eine Menge Nachteile: Bookmarks sind nur sehr umständlich realisierbar, und auch erst per Ajax zugänglicher Content ist für Suchmaschinen nicht zu erreichen, da die Spider kein Javascript ausführen, wobei ich mir da nicht sicher bin, Fakt dürfte aber sein, dass Ajax eine nicht gerade niedrige Hürde für einen Suchmaschinenspider darstellt.

Last but not least ist natürlich alle Usability für die Katz wenn der Nutzer kein Javascript aktiviert hat, das dürfte aber inzwischen eher die Ausnahme sein.

Zusammenfassung und Fazit:

Meiner Meinung nach ist AJAX eine Vernünftige Antwort auf vielerlei Fragen zum Thema Usability, Ajax vereinfacht die Nutzung einer Webseite nicht unerheblich, besonders beim Interagieren mit dem Benutzer entfaltet Ajax sein volles Potential und trägt deutlich zur Aufwertung einer Internetseite bei.

Allerdings gilt es auch Ajax an manchen Stellen zu vermeiden: Besonders Webseiten die von ihrem Content und dadurch von Suchmaschinentreffern leben, sollten tunlichts vermeiden den Inhalt einer Webseite nur per Ajax zugänglich zu machen, denn dieser Schuss könnte ganz schnell nach hinten losgehen.

Bleibt also Festzuhalten, dass Ajax eine schöne Möglichkeit ist seine Webseite aufzupolieren, aber eine Seite sollte bislang nicht nur darauf basieren.

Letztenendes war also der Hype um das Ganze meiner Ansicht nach nicht ganz gerechtfertigt.

Über den Autor:

Ich arbeite seit längerer Zeit als selbständiger Webentwickler, vornehmlich bin ich mit Aufbau und Verwaltung von speziell für Kunden entwickelten CMS-Lösungen betraut.

In meiner Freizeit bastle ich an der Fußball-Tipp Community Daily-Picks.de, zum Start der Rückrunde sind alle Fußballfans natürlich eingeladen mitzutippen.

Insgesamt 4 Reaktionen zu "Poliere Deine Webseite mit Ajax auf"

4 Kommentare

  • Dr. Satori am 30/01/2009 um 02:09 Uhr:

    Ach, Ajax – nervt nur und macht sehr oft Probleme mit diversen PlugIns. Da sind mir die Kärtner lieber, denn die zahlen für ein Totalschadenauto bis zu 70.000 Euro. Hat zwar nix mit Ajax zu tun, aber egal.
    70.000 Euro Abwrackprämie in Österreich!!

  • Yannick am 31/01/2009 um 13:54 Uhr:

    Sehe in AJAX eine nette Spielerei.. in manchen Fällen ist es vielleicht ganz sinnvoll, aber oft nervt es auch, wie Dr. Satori richtig bemerkt hat.

  • Torben am 31/01/2009 um 20:31 Uhr:

    Nerven? Kann man das auch präzesieren? Find ich eigentlich nicht unbedingt, ohne Ajax wäre so manche Seite ziemlich scheisse zu bedienen.

  • .wired am 31/01/2009 um 22:24 Uhr:

    ICh denke mal es ist eine Frage des Einsatzes… Man muss – wie in allen anderen Lebensbereichen auch – ein gesundes Mittelmaß finden. Die “goldene Mitte” ist für mich übrigens in vielen Punkten eine der wichtigsten Lebensweisheiten ;)

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